Gutsherrenhaus Historie
Das Gut Neddesitz war von 1813 bis 1995 im Besitz der Familie Gierke. Das 92 Hektar große Anwesen bestand aus Landwirtschaft und Kreidefabrik. Durch die Kreidevorkommen im Boden entstanden 1855 die Rügener Kreidewerke.
Mit der Expansion der Kreidewerke und der Erschließung internationaler Absatzmärkte schufen Gierkes Vermögen und beauftragten 1901 den Bau ihres Herrensitzes. Dieser wurde im Jahr 1911 fertig gestellt und kostete 80.000 Goldmark.
Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung erfolgte bis zur „Aktion Rose“ im Jahr 1953 und wurde dann an die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Neues Deutschland“ verpachtet. Die Kreidefabrik gaben Gierkes 1962 auf. Durch Drängen des Rat des Kreises Rügen kam es 1967 zur Übergabe des Gutshauses zur kostenlosen Nutzung an den Staat. Familie Gierke bewohnte noch einen kleinen Teil des Hauses bis 1976. 1995 wurde der Besitz veräußert.
Im Oktober 1995 beauftragte der neue Eigentümer die Sanierung, Modernisierung und Restaurierung. Eine Architektin aus Sassnitz übernahm die Aufgabe, dieses Herrenhaus im alten Glanz wieder neu erstrahlen zu lassen.
Die Fassade wurde überarbeitet, von der Erneuerung von Mauerwerksabschnitten im Dachgesimsbereich bis zur Restaurierung/Nachbildung der Stuckelemente. Das Treppenhaus mit seinen verzierten Geländern und den ornamentverglasten, gesprossten Innenfenstern erhielt eine aufwändige und kunstvolle Lasurtechnik. Das Jagdzimmer zieren heute die wenigen original erhaltenen Elemente und Fußbodenleisten.
Am 15. August 1997 wurde das restaurierte Gutsherrenhaus mit sechs Herrschaftssuiten, drei Tagungsräumen, einem Kaminzimmer, dem Restaurant „Gutsherrenhaus Neddesitz“ sowie einem Biergarten dem Hotelbetrieb übergeben.

